Februar 5, 2026

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NSU Prinz mit e-tron Power Ausbildungsprojekt für Azubis bei Audi Neckarsulm

Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Marke NSU enthüllen Auszubildende von Audi Neckarsulm einen NSU Prinz, den sie zu einem Elektroauto umgebaut haben.

  • Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums am Audi-Standort Neckarsulm elektrifizierten zwölf Auszubildende einen Oldtimer aus Neckarsulm
  • Ein NSU Prinz 4L aus dem Jahr 1971 erhielt einen Antriebsstrang mit Komponenten aus dem Audi e-tron und dem Audi Q7 TFSI e quattro1
  • Audi-Personalvorstand Xavier Ros: "Projekte wie dieses zeigen, dass unser Unternehmen dank unserer jungen Talente eine starke Zukunft hat."

 

Premiere beim Familientag: Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums am Audi-Standort Neckarsulm haben zwölf Auszubildende der Vier Ringe einen Oldtimer elektrifiziert. Am 8. Juli enthüllten die Auszubildenden der Berufe Kfz-Mechatroniker, Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker sowie Lackierer stolz den "EP4". Das "E" steht für Elektroantrieb und das "P4" für den NSU Prinz 4, ein Modell, das die NSU Motorenwerke von 1961 bis 1973 in Neckarsulm produzierten.

"Wir wollten ein Auto bauen, das nicht nur schnell ist und cool aussieht, sondern auch das 150-jährige Bestehen des Standorts würdigt", sagt Dean Scheuffler, Auszubildender zum Kfz-Mechaniker bei Audi in Neckarsulm. Die perfekte Ausgangsbasis: ein NSU Prinz 4, Baujahr 1971, der bis zu seiner Wiederauferstehung im Januar 2023 jahrzehntelang nicht mehr auf der Straße war. Die Azubis erweckten den "Prinzen" aus seinem Dornröschenschlaf und statteten ihn mit einem neuen Hochspannungsherz aus.

Doch vom Projektstart im Januar bis zur großen Enthüllung beim Familientag war es ein langer Weg. In zahlreichen Teamsitzungen tauschten sich Auszubildende, Ausbilder und Projektleiter über den Stand des Projekts, die Herausforderungen und die nächsten Schritte aus. Die erste Aufgabe bestand darin, eine solide Grundlage für die Umstellung zu schaffen. Mizgar Doman Hassan, Auszubildender zum Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker, erinnert sich: "Als wir das Auto bekamen, hatte die Karosserie mehrere Roststellen. Diese Stellen haben wir als erstes ausgebessert."

Der Antrieb: elektrisierend und emissionsfrei

Während sich die angehenden Karosserie- und Lackspezialisten um das Fahrwerk und die Außenhaut des Oldtimers kümmerten, machten sich die angehenden Kfz-Mechaniker an Antriebsstrang, Batterie und Aufhängung zu schaffen.

Im Heck des "Prinzen", wo früher ein Zweizylinder-Benzinmotor mit 30 PS (22 kW) saß, sitzt jetzt ein 240 PS (176 kW) starker Elektromotor. Er stammt aus einem Audi e-tron 2020 und bezieht seine Energie aus einer Batterie des Plug-in-Hybriden Audi Q7 TFSI e quattro1.

Die Batterie sitzt unter der Fronthaube, wo der NSU Prinz einst seinen Kraftstofftank hatte. Die elektrifizierte Maschine atmet Kühlluft durch einen breiten Lufteinlass an der Unterseite des Stoßfängers, während die Wärme durch eine große Öffnung in der vorderen Haube entweichen kann. Die Heckklappe verbessert ebenfalls die Kühlung und kann in einer halb geöffneten Position fixiert werden. So gibt sie den Blick auf das elektrische Triebwerk frei und erinnert an historische Rennwagen auf Basis des sportlichen NSU Prinz 1000. Wo damals eine Reihe von offenen Vergasertrichtern auf die sportlichen Absichten dieser Fahrzeuge hinwies, zeigt der EP4 nun seinen Elektromotor.

Das Äußere: sportlich und historisch

Für die Azubis war klar, dass ihr EP4 mit Stolz zeigen sollte, dass er als NSU Prinz begann. Zu den historischen Elementen gehören daher nicht nur die Front- und Heckleuchten. Auch die Karosserie aus den 1970er Jahren hat ihre charakteristischen Schulter- und Dachlinien behalten. Die Auszubildenden befreiten das Blech vom Rost und lackierten es in den Audi-Farben Suzukagrau und Brillantschwarz. Akzente wie der Jubiläumsschriftzug "150" wurden seitlich am Fahrzeug angebracht.

Der große Leistungssprung erforderte umfangreiche Modifikationen am Fahrwerk und an der Karosserie. Die Basis bildet eine modifizierte Bodenwanne aus einem Audi A1, inklusive Bremsen und Achsen. Darauf montierten die Auszubildenden die aufwendig modifizierte und deutlich verbreiterte Karosserie. Unverkennbar sportlich sind die muskulösen Kotflügel. Die Auszubildenden haben sie mit Unterstützung von Audi Design entworfen und im 3D-Druckverfahren umgesetzt. Unter den Kotflügeln sind breite Räder versteckt. Dank moderner Performance-Reifen sorgen sie für den nötigen Grip beim Beschleunigen und bei sportlicher Kurvenfahrt.

"Das Auge reist mit! Wir wollten, dass die Leistung des EP4 aus jedem Blickwinkel sichtbar ist", erklärt Cynthia Huster, Auszubildende zur Fahrzeuglackiererin. Der in Signalgelb lackierte Heckflügel verleiht dem EP4 ein besonders sportliches Aussehen. Der Clou: Der Flügel ist nicht, wie bei anderen Fahrzeugen, an der Karosserie befestigt, sondern am Überrollkäfig. Seine Stützen gehen deshalb durch die Heckscheibe.

Das Interieur: Rennsport und Minimalismus

Der signalgelbe Überrollkäfig sorgt im Innenraum für einen auffälligen Kontrast. Ansonsten ist das Interieur - typisch für Rennwagen - auf das Wesentliche reduziert; alle anderen lackierten Flächen sind schwarz. Die Insassen sitzen auf "Recaro Podium"-Schalensitzen.

Ein Einplatinencomputer und ein entsprechender Bildschirm dienen als Instrumente und Anzeigen. Sie sind auch der Tachometer und der Bordcomputer des Fahrzeugs und übernehmen Diagnoseaufgaben.

 

           Bildnachweis: Audi Media

 


Talente arbeiten mit Leidenschaft und zukunftsweisender Technologie

In allen Schritten setzten die Auszubildenden das in der Ausbildung erworbene Wissen in die Praxis um. Timo Engler, Leiter der Ausbildung Fahrzeugtechnik/Logistik, erklärt: "Das Projekt gab unseren Auszubildenden die Möglichkeit, frei mit verschiedenen Techniken und Materialien zu arbeiten. So haben sie neben dem Elektroantrieb mit dem 3D-Druck eine zweite Zukunftstechnologie eingesetzt. Auch die aus dem Motorsport bekannte Kohlefaser wurde für die Fronthaube verwendet.

Aber nicht nur handwerklich haben die Auszubildenden viel gelernt. Engler: "Bei EP4 waren die Vision und die Deadline sehr ambitioniert. Es ist toll zu sehen, wie die Nachwuchskräfte mit ihrer Aufgabe gewachsen sind und welchen Entwicklungssprung sie als Team gemacht haben."

Nicht zuletzt konnten die Auszubildenden jederzeit wertvolle Tipps und Unterstützung aus der Technischen Entwicklung von Audi erhalten. Auf diese Weise lernten sie automatisch viel über die Prozesse bei Audi und lernten verschiedene Experten aus anderen Unternehmensbereichen kennen.

Geschichte trifft Zukunft

Ob als Symbole des deutschen Wirtschaftswunders oder als Rennwagen, die immer noch Siege bei Bergrennen einfahren: NSU-Fahrzeuge haben Geschichte geschrieben und begeistern bis heute Autoliebhaber. Der EP4 weckt mit seinem Charme und seinem elektrischen Antrieb die Vorfreude auf die kommenden rein elektrischen Kapitel in der Fortschreibung der Geschichte des Audi-Standorts Neckarsulm.

Audi-Personalvorstand Xavier Ros zeigte sich beeindruckt von dem einzigartigen Projekt. "Mit bewundernswertem Engagement und viel Kreativität haben unsere Auszubildenden ein tolles Auto gebaut. Auf das Ergebnis können sie wirklich stolz sein", sagte Ros. Er fügte hinzu: "Projekte wie dieses zeigen, dass unser Unternehmen dank unserer jungen Talente eine starke Zukunft hat."

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